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Time to say goodbye

Schon wieder sind drei Wochen vergangen und damit geht meine Zeit in Indien zu Ende.

In den letzten drei Wochen war ich zusammen mit anderen indischen Trainern zwei Mal in einer Uni, die 4 bis 5 Stunden von Chandigarh entfernt ist (in Dehradun). Das ist ein relativ ländliches Gebiet. Ich bin dort in der Uni natürlich sehr aufgefallen. Die Studenten freuen sich natürlich riesig eine Deutsche zu sehen. Ich habe dort Gruppendiskussionen geleitet und Trainings zu Bewerbungsgesprächen gehalten. Die meisten Studenten haben gut mitgearbeitet. Abends saßen wir Trainer dann gemütlich zusammen und haben uns unterhalten. An einem Abend haben wir den 25. Geburtstag von Nimrit (eine der Trainerinnen) gefeiert. Das zweite Mal sind wir nach den Trainings nach Rishikesh gefahren, ein Ort am Ganges. Dort sind viele Backpacker. Man kann hier Yoga-Stunden nehmen, sich massieren lassen und Abenteuersport betreiben. Am ersten Tag sind wir gewandert und am zweiten Tag haben wir eine Wasserrafting-Tour gemacht. Wir haben dann auch im Ganges gebadet J

 

Letzte Woche war ich dann in Chandigarh. Die Woche war relativ ruhig vom Praktikum her. Ich habe nur ein paar „Probe-Bewerbungsgespräche“ geführt. Ansonsten war ich mit Freunden unterwegs. Im Oktober ist in Indien eine besondere Zeit, da viele Feiertage sind. Am 25. Oktober ist Diwali, das ist ähnlich wie Weihnachten. Alle Häuser werden mit Lichtern geschmückt. Neun Tage vor Diwali ist Dusheera. An diesem Tag werden große Figuren von Ravan (eine Art Teufel) in einer Art Zeremonie verbrannt. Ich war dort mit Freunden und Badiah (die Praktikantin aus Kenia).

 

Letzte Woche waren wir Praktikant/innen dann endlich mal auf einer AIESEC Interns-Party. Bis jetzt hat es irgendwie nie geklappt, da wir nicht in einem AIESEC-Haus wohnen und somit nicht automatisch Kontakt zu den ganzen anderen Praktikant/innen haben. Die Party war ganz lustig. Nur am Ende war es etwas chaotisch, da wir eigentlich alle zusammen in einen Club gehen wollten. Da dort aber nichts los war, sind wir dann zu einem anderen Club gegangen, in den aber nicht alle rein kamen. Somit hat sich die ganze Gruppe etwas verstreut.

Am Wochenende war ich dann noch in Manali. Ein bekannter touristischer Ort. Wir waren aber weniger in der touristischen Gegend, sondern mehr in der Natur und in Bergdörfern beim Wandern.

 

Jetzt ist meine letzte Woche. Diese Woche scheint auch eher ruhig zu sein (vom Praktikum her). Auf der einen Seite finde ich es schade zu gehen, da ich mich jetzt ganz gut eingelebt habe und mich wohl fühle, aber auf der anderen Seite freue ich mich jetzt auch schon wieder zurück zu kommen. Da es für mich vom Praktikum her im Moment nicht so viel zu tun gibt, freue ich mich jetzt schon wieder auf meine tägliche Routine in Deutschland. Irgendwie brauche ich das Gefühl etwas Produktives zu tun.

 

Ich freue mich schon euch alle wieder zu sehen!

Alles Liebe,

Magalie

1 Kommentar 12.10.11 19:05, kommentieren

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Halbzeit

Schon wieder sind ca. drei Wochen vergangen. Letztendlich sind wir nicht in dem College geblieben, sondern sind am selben Tag zurück gefahren, da die Direktoren der Uni gesagt haben, dass die nächsten zwei Tage Sporttag ist und die Studenten keinen Unterricht haben. Wir sind dann am Ende der Woche noch mal für einen Tag zu der Uni gefahren, um ein Training zur Motivation und zu Körpersprache zu geben. Ansonsten waren die letzten zwei Wochen eher ruhig, was das Praktikum angeht, da auch in der anderen Uni, in die wir eigentlich fahren sollten, kein Unterricht wegen einem Feiertag oder ähnlichem war. Dafür hatte ich mehr Freizeit und wir sind mit ein paar anderen Trainern von dem Praktikum in die Berge des Himachal (in der Nähe des Himalaya) gefahren. Wir sitzen im Auto und hören Musik. Nachdem wir die großen Straßen verlassen haben, kurbeln wir die Fenster runter und der Wind bläst uns um die Ohren. Wir lehnen uns aus dem Fenster. Die Straße ist kurvig und es fühlt sich ein bisschen an, wie in der Achterbahn. Immer wieder sind am Straßenrand ein paar Affen und auf der Straße stehen oder liegen Kühe. Ich denke: das ist „Real India!“. Auf einem Hügel schauen wir von oben ein paar Frauen dabei zu, wie sie auf dem Berg sitzen und ihre Schafe hüten. Es hat fast schon etwas meditatives, da sie einfach nur still da sitzen und in das Tal blicken. In dem naheliegenden Dorf angekommen, schlendern wir über einen tibetischen Markt. Die Leute haben nepalesische oder tibetische Gesichtszüge. Die meisten sind von Tibet nach Indien geflüchtet und leben jetzt in den Bergen des Himachal in Indien. Später essen wir „Momos“, gefüllte Teigtaschen mit Gemüse, eine tibetische Spezialität. Nach einer weiteren relativ ruhigen Woche von dem Praktikum aus, war ich letztes Wochenende mit einem anderen Praktikant aus Regensburg in Dharamshala bzw. McLeod Ganj, der Ort, in dem Dalai Lama lebt. Der Ort etwas friedliches. Man trifft immer wieder „Lamas“ (sozusagen Brüder von Dalai Lama mit dem roten Gewand) auf der Straße. Sie lächeln viel und strahlen Ruhe aus. Außer dem Haupttempel und Dalai Lamas Büro, kann man hier die Natur genießen. Wir sind zu einem Wasserfall gelaufen. Auf dem Weg hat es dann zu regnen angefangen. Es hatte aber eine schöne Stimmung. Wir sind durch den Regen in der Natur gelaufen. Nachdem wir über Steine gestiegen sind, um noch näher zu dem Wasserfall zu kommen, waren mitten im Nichts drei kleine Läden bzw. Stände. Wir haben dann neben dem Wasserfall einen Chai (Tee mit Milch) getrunken. Diese Woche haben wir an drei Unis mit den Studenten zur Übung Interviews geführt, um sie auf die Bewerbungsgespräche vorzubereiten. Erst in einer Uni, in der Nähe von Chandigarh, dann waren wir in Sangrur (zwei Stunden von Chandigarh entfernt) und dann in Amritsar (vier Stunden von Chandigarh). Einige der Studenten sind relativ selbstsicher und haben gute Englischkenntnisse. Die meisten Studenten sind aber eher unsicher und sprechen nicht so gut Englisch. Sie haben meistens kaum Antworten auf die Frage, warum sie sich für dieses Unternehmen bewerben oder wie sie sich selbst in 5 bis 10 Jahren sehen und welche Stärken und Schwächen sie haben. Aber die meisten sind interessiert und haben viele Fragen. Eine Studentin hat nach dem Interview gefragt, ob sie mir etwas sagen kann. Sie meinte, dass sie sich sehr gefreut hat, als der Trainer mich vorgestellt hat und gesagt hat, dass ich aus Deutschland komme und dass ich heute da bin, um mit ihnen Interviews zu führen. Sie meinte, dass es sie oft deutsche Filme und Serien anschaut und sich sehr für Deutschland interessiert. Da ich meinen Bewegungsdrang hier nicht ganz ausleben kann, habe ich angefangen manchmal mit meinem Chef und ein paar kleinen Jungs im Park Fußball zu spielen. Ich spiele zwar wirklich nicht gut, aber ich spiele ja auch nur zum Spaß. Es ist immer ganz lustig. Ein 15 jähriger Junge freut sich immer, wenn ich mitkomme und möchte immer mit mir im Team sein  Nun ist schon die sechste Woche vorbei und somit ist mehr als die Hälfte meines Praktikums zu Ende. Ich denke die restliche Zeit wird schnell vergehen, da ich mich mittlerweile ganz gut eingewöhnt habe und wir auch mit den anderen Trainern öfter etwas unternehmen. Wir wohnen jetzt in einem Gästehaus. Seitdem gehen wir meistens nicht ins Büro, wenn es nicht etwas Bestimmtes zu tun gibt. Dadurch sitzen wir nicht so viel rum und warten. Die Praktikantin aus Armenien (Marianna), ist diese Woche abgereist, ihr Praktikum ging nur sechs Wochen. Wir waren selbst sehr überrascht, wie schnell die Zeit verging. Nächste Woche kommt eine andere Praktikantin aus Kenia.

1 Kommentar 17.9.11 20:42, kommentieren

1 Kommentar 30.8.11 19:38, kommentieren

zweite und dritte Woche in Chandigarh

Nun sind schon wieder zwei Wochen vergangen. Letztes Wochenende bin ich mit den beiden anderen Praktikantinnen von Triniti (Marianna und Estefania) nach Delhi gefahren. Dort haben wir einen deutschen Praktikant aus Regensburg und eine chinesische Praktikantin (beides sind AIESECer) getroffen. Ein indischer Freund von Marianna hat uns etwas durch Delhi geführt. Am nächsten Tag sind wir nach Agra gefahren, um Taj Mahal anzuschauen. Das war sehr schön! Es war lustig, da wir eine gemischte Gruppe aus verschiedenen Kontinenten waren (Südamerika, Europa und Asien).

 

Am Montag war hier in Indien Feiertag. Es war der Geburtstag von Krishna, einem Gott im Hinduismus. Wir sind abends in einen Tempel gegangen. Der Mann von dem Hausmädchen unseres Chefs und die Tochter unseres Chefs sind mitgekommen. Hier hatten wir das Gefühl, dass wir wirklich in Indien sind. Der ganze Tempel war prächtig geschmückt und es waren viele Figuren und Bilder von Krishna aufgestellt. Die Leute haben zu Krishna gebetet und vorher eine Glocke läuten lassen. Dann war noch eine Musikgruppe da. Wir haben uns zu den anderen auf den Boden gesetzt und mitgeklatscht. Das war wirklich ein besonderes Erlebnis.

 

Im Praktikum ist es nach wie vor so, dass wir über viele Dinge erst sehr spontan informiert werden. Neulich war es zum Beispiel so, dass wir erfahren haben, dass wir zu einer Uni fahren und dort sollen wir zu dritt eine halbe Stunde in einem Seminar füllen, in der wir die Studenten motivieren an den Trainings von Triniti teilzunehmen. Danach hieß es, dass die Zeit etwas zu knapp ist und dass wir deshalb alle drei in verschiedene Seminare gehen und jeweils 20 bis 30 Minuten reden sollen. Estefania (aus Ecuador) sollte dann spontan für eine einspringen und das ganze Seminar übernehmen. Sie konnte relativ frei überlegen, welches Thema sie wählt. Das erfordert sehr viel Improvisation und teilweise ist es eine Verschwendung von Energie, wenn man sich erst auf eine Sache einstellt und dann wird alles doch wieder geändert.

 

Eine weitere Sache, die uns allen drei Praktikantinnen etwas schwer fällt ist, dass wir oft im Büro sitzen und nichts zu tun haben. Wir haben schon gesagt, dass wir hier lernen zu warten J Aber wir versuchen die Zeit zu überbrücken, indem wir über unseren Laptop ins Internet gehen oder Trainingsmodule vorbereiten. Oft unterhalten wir uns auch mit anderen Trainern, die gerade im Büro sind. Sie sind alle sehr nett und bieten uns an, uns etwas von der Stadt zu zeigen. Am Freitag waren wir sogar mit den ganzen Mitarbeitern von Triniti (inklusive unserem Chef, der das ganze initiiert hat) in einem Club. Wir haben alle zusammen getanzt und hatten einen schönen Abend.

 

Ein anderer schöner Moment war, als ich eine halbe Stunde von einem Training in einer Mädchen-Uni angeleitet habe und die Studentinnen sehr engagiert mitgemacht haben und sehr interessiert waren. Es ging um Bewerbungsgespräche und wie Triniti sie auf den ganzen Bewerbungsprozess vorbereiten kann. Ich habe ihnen die Aufgabe gegeben sich zu überlegen, was sie selbst auszeichnet, also welche Erfolge sie hatten, was sie gerne machen und worauf sie stolz sind. Sie sollten das aufmalen und dann haben es einige vorgestellt. Es war schön zu sehen, dass einige richtig aufgeblüht sind und stolz sind, was sie erreicht haben. Sie haben viele Träume und Ziele. Ich habe ihnen dann gesagt, dass sie an diese Erfolgserlebnisse und Träume denken sollen, wenn sie ein Bewerbungsgespräch haben, da es ihnen ein besonderes Gefühl gibt und sie selbstsicherer sind. Ich hätte das Training am Liebsten länger als eine halbe Stunde gemacht, aber leider stand noch etwas anderes auf dem Plan.

 

Morgen fahren wir zu einer Uni, die zwei Stunden von Chandigarh entfernt ist. Wahrscheinlich bleiben wir die ganze Woche dort. Hier sollen wir auch die Studenten motivieren an den Trainings teilzunehmen. Sie sollen über ihre Lebensziele nachdenken und wir sollen sie motivieren sich für ihre Ziele einzusetzen. Wahrscheinlich werden wir auch nächste Woche dort hingehen, damit wir Trainings mit den gleichen Studenten durchführen können. Wenn die Trainings erst mal richtig beginnen und wir mit den gleichen Studenten Trainings durchführen können, wird es bestimmt interessanter, da wir dann genau wissen, was die Studenten schon gemacht haben und wir können uns besser auf die Studenten einstellen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die nächste Woche weitergeht.

 

Viele liebe Grüße an euch alle!

Magalie

2 Kommentare 28.8.11 15:55, kommentieren

erste Woche in Chandigarh

Am Samstag nachmittag bin ich mit dem Zug von Delhi nach Chandigarh gefahren. Ich hatte ein Ticket in einem besseren Zugabteil (eine Art erste Klasse). Im Zug gab es eine Klimaanlage und ich hatte einen Sitzplatz reserviert. Ich saß in einem Vierersitz zusammen mit einer indischen Familie. Relativ am Anfang der Fahrt hat mich die Frau der Familie auf deutsch gefragt, ob ich aus Deutschland komme. So kamen wir ins Gespräch und letztendlich haben wir uns die ganze Fahrt unterhalten und sie hat mir einige Sätze auf Hindi aufgeschrieben (mit deutscher Übersetzung). Sie hat sich sehr gefreut mal wieder deutsch üben zu können. Mit ihrem Mann hat sie zwei Jahre in Deutschland gelebt. Die Familie war wirklich sehr nett. Während der Fahrt haben wir Wasser, Saft und einen Snack zu essen an unseren bekommen (das war alles im Preis inklusive). Am Bahnhof wurde ich dann von AIESECern abgeholt. Sie haben mich zu einer AIESECerin (Balpreet) gebracht, wo ich dann zusammen mit der Mutter (war erst etwas seltsam) in einem Zimmer geschlafen habe. In der Familie ist der Fernseher ständig gelaufen. In den Serien und Filmen geht es oft um "arranged marriages" (Verheiratung), was hier in Indien die normale Art ist, also die Eltern suchen einen Partner für ihre Kinder. Dieser muss aus der gleichen Kaste kommen. Ich habe mich dann länger mit Balpreet darüber unterhalten und sie hat erzählt, dass ihre Mutter vor der Hochzeit noch nicht mit ihrem Vater gesprochen hat. Sie hat ihn nur gesehen. Sie hat gesagt, dass sie auf keinen Fall eine "arranged marriage" will und sie hofft, dass ihre Eltern das akzeptieren. Die Religion der Familie ist Sikh. In Nordindien gibt es wohl viele Sikh, aber insgesamt ist es trotzdem eine Minderheit in Indien. Die meisten sind Hindus.

Am Sonntag bin ich dann zusammen mit einer anderen Praktikantin aus Armenien zu unserem Chef nach Hause gegangen, wo wir bis jetzt auch wohnen. Unser Chef (Ankur) und seine Frau sind wirklich sehr nett. Wir essen jeden abend mit ihnen und sie helfen uns bei allem, was wir brauchen.

Am Montag hat dann das Praktikum angefangen. Wir waren erst in dem Büro, das relativ klein ist und dann sind wir zu einem Treffen an einer Uni gegangen, um dort mit einigen Studenten und Direktoren zu reden. Meine Organisation (Triniti) bietet Trainings für Studenten an, sowohl in Bezug auf technische / mathematische Themen, als auch zu Soft Skills. Ankur hat dann die andere Praktikantin (Marianna) gefragt, ob sie was zu Trainings zu Bewerbungsgesprächen sagen kann, da sie in Armenien im Bereich Personalauswahl tätig ist und somit viel Erfahrung damit hat. Danach hieß es auf einmal, dass ein Trainer nicht kommen kann und ob sie nicht gleich ein Training zu diesem Thema machen kann. Ich habe erst mal nur zugeschaut.

Am Dienstag waren wir wieder bei einem Treffen mit Direktoren einer Uni. Im Moment ist sozusagen eine Werbephase, in der sie an verschiedene Unis fahren, um ihnen ihre Trainings anzubieten. Am Nachmittag hatten wir frei. Marianna und ich sind zu einer Art Markt bzw. Shopping Center gegangen, wo sehr viele Geschäfte nebeneinander sind. Dort haben wir uns Kurties gekauft (indische Oberteile, die in etwa bis zu den Knien gehen). Wenn wir Trainings geben, ist das deutlich angenehmer, da sie meisten Frauen hier lange Kleidung tragen.

Am Mittwoch sind wir in eine andere Stadt (Amritsar) gefahren (4 Stunden Fahrt), um dort Gruppendiskussionen zu leiten. Wir sind um 5 Uhr morgens losgefahren und kamen um 22Uhr zurück, aber es war ein schöner Tag. Wir haben dort andere Trainer getroffen, die sehr nett sind und wir hatten 2 Stunden Pause, in der wir im Gästehaus entspannen konnten.

Am Donnerstag und Freitag war es etwas entspannter, da haben wir die meiste Zeit Multiplechoice-Tests von Studenten korrigiert. Heute hatten wir ein Training darüber, wie man einen Lebenslauf schreibt und über Bewerbungsgespräche. Es war eine kleine Gruppe mit ca. 7 Studenten. Sonst sind es ca. 50 bis 60 Studenten in einem Training. Das Ziel von Triniti ist es, die Studenten auf den Bewerbungsprozess etc. nach dem Studium vorzubereiten.

Was für mich sehr ungewohnt ist, ist die starke Hierarchieaufteilung. Ankur und seine Frau haben eine Hausfrau, die kocht und auf seine Tochter aufpasst. Wenn wir im Wohnzimmer sitzen, bedient sie uns und auch beim Essen. Am ersten Tag kam sie gleich morgens in unser Zimmer und hat uns Tee und eine Zeitung ins Zimmer gebracht. Wenn wir morgens aus dem Haus gehen, trägt die Hausfrau teilweise noch Ankurs Tasche raus. Dann wartet unten der Fahrer im Auto und fährt uns ins Büro. Dort wartet dann der Jungs vom Büro, der seine Tasche entgegen nimmt und uns tagsüber mit Wasser, Cola und Tee versorgt. Mittags macht er das Essen warm. Er verdient ca. 30 Euro im Monat. Deshalb können sich die Leute so viele Helfer leisten. Bei den Treffen mit den Direktoren wird immer wieder hervorgehoben, welche Titel wer hat. Es ist hier sehr wichtig einen Titel zu haben.

Ansonsten geht es mir gut. Chandigarh ist eine relativ westlich geprägte Stadt. Hier ist es grün, es gibt einen See und einige Parks zum Entspannen. Es ist die reichste Stadt in Indien und es ist relativ sicher hier. Es ist etwas ungewohnt so viel Kontakt mit der reicheren Schicht zu haben, da ich in Peru vor allem mit der armen Schicht zu tun hatte. Aber es ist auch interessant mal eine andere Seite kennen zu lernen. Es ist auf jeden Fall wieder eine Lernerfahrung!

Viele Grüße aus Indien!

Magalie

1 Kommentar 13.8.11 18:47, kommentieren

Ankunft in Delhi

Gestern bin ich in Delhi angekommen!!! Schon beim Flughafen gab es eine kleine Schwierigkeit: ich bin zu schnell aus dem Flughafen raus, da ist mir aufgefallen, dass ich nochmal rein muss, um Geld zu wechseln. Als ich zurück wollte, hieß es, dass ich nicht mehr rein kann. Ich habe dann gefragt, wo ich sonst Geld wechseln kann und leider gab es nichts in der Nähe. Also habe ich Jemand gefragt, wie ich wieder in den Flughafen rein komme und derjenige hat gesagt, dass ich in den ersten Stock gehen soll, wo "Departures" sind, und dann wieder einen Stock runter zu "Arrivals". Das habe ich versucht, aber ich war dann immer noch außerhalb vom Flughafen. Letztendlich habe ich nochmal jemand bei Arrivals gefragt, ob ich nicht doch irgendwie nochmal rein kann und nachdem er meinen Pass und mein Flugticket gecheckt hat, hat er mich letztendlich doch nochmal rein gelassen. Drinnen konnte ich dann etwas Geld wechseln und ich habe ein Ticket für ein "Prepaid-Taxi" gekauft. So kann man verhindern, dass einen die Leute gleich übers Ohr hauen und viel mehr für das Taxi verlangen, als normal.

Im Hotel habe ich dann erst mal ausgeruht und dann habe ich mich auf einen Tee mit dem Cousin von dem Chef meines Praktikums getroffen. Danach habe ich ein Miettaxi für einen Tag genommen und habe mir das National Museum, das Gandhi Denkmal mit Museum (wo er gelebt hat und auch erschossen wurde) und Homayun's Tomb (Grabmahl aus dem 16. Jh) angeschaut.

Heute am zweiten Tag bin ich mit einem "Tuk Tuk" (Autorikscha) zu Red Fort (eine alte Festung) gefahren. Dort habe ich eine Chilenin getroffen. Wir haben uns zusammen getan und sind danach über einen Basar gelaufen. Dann waren wir noch in einem Restaurant etwas essen. Das Restaurant scheint sehr begehrt zu sein, da dort eine lange Schlange war. Man musste seinen Namen aufschreiben lassen, um sich auf die Liste zu setzen und wurde dann aufgerufen, als ein Platz frei wurde. Es waren auch ein paar andere Touristen dort, was wohl daran liegt, dass es im Lonely Planet steht :-)

Morgen werde ich nochmal etwas von Delhi anschauen, bevor es dann nach Chandigarh geht, wo meine Praktikumsstelle ist.

Vom Wetter hier ist es schwül und heiß, was mit der Monsunzeit zu tun hat. Bis jetzt hat es jeden Tag einmal etwas stärker geregnet. Manchmal kann ich noch gar nicht richtig glauben, dass ich jetzt in Indien bin. Ich habe ja lange davon geträumt und jetzt ist es soweit.. Ich entdecke aber auch viele Parallelen mit Peru oder Ägypten von daher kommt es mir manchmal so vor, als wäre ich wo anders ;-)

6 Kommentare 5.8.11 16:42, kommentieren